Heft 7-8

Eva Holtmannspötter/Christian Breunig

Massenkommunikation Trends 2017: Öffentlich-rechtliche und private Programmangebote im Leistungsvergleich

Ergebnisse aus der Studienreihe "Medien und ihr Publikum" (MiP)

In der anhaltenden politischen Diskussion um „alternative Fakten“, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit von Informationsquellen kommt den tagesaktuellen Medien Radio und Fernsehen – wie auch den Printmedien – eine wichtige Rolle zu. Denn trotz zunehmender Individualisierung und allgegenwärtiger Verfügbarkeit von Informationen wird gerade bei tagesaktuellen Themen deutlich, dass Fernsehen und Radio, insbesondere der öffentlich-rechtliche Rundfunk, von zentraler Bedeutung sind. Mit der Fortschreibung der Kerndaten der Studienreihe „Medien und ihr Publikum“ unter dem Titel „Massenkommunikation Trends“ können Eigenschaftszuschreibungen für Radio und Fernsehen sowie der Leistungsvergleich öffentlichrechtlicher und privater Fernseh- und Radioprogramme in kürzeren Abständen als bisher dargestellt werden.

Nach den aktuellen, repräsentativen Befragungsergebnissen erwartet die Bevölkerung ab 14 Jahren von Radio und Fernsehen eine Mischung aus Information und Unterhaltung. Am wichtigsten sind zuverlässige und glaubwürdige Informationen, gefolgt von guter Unterhaltung, regionaler Berichterstattung, Spaß und guter Laune sowie umfassenden Hintergrundinformationen zu vielen Themen. Insgesamt werden die Erwartungen der Bevölkerung an Radio und Fernsehen im dualen Rundfunksystem weitgehend erfüllt. Im Systemvergleich wird die dominante Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hinsichtlich seiner Informationskompetenz deutlich. Den öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radioprogrammen werden viel eher informationsorientierte und gesellschaftlich relevante Eigenschaften zugeschrieben als den privaten: Sie gelten als zuverlässig und glaubwürdig, bieten hohe journalistische Qualität einschließlich umfassender Hintergrundinformationen, vermitteln Werte unserer Gesellschaft und widmen sich in hohem Maße regionalen Themen. Letztlich sind sie auch weit mehr als die privaten Programme eine Hilfe im Alltag. Die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radioprogramme genießen bei Jung und Alt hohes Ansehen.

Den privaten Fernseh- und Radioprogrammen werden – insbesondere von jüngeren Befragten – eher unterhaltende Eigenschaften zugeschrieben. Das heißt, sie dienen eher der Entspannung, bieten eher gute Unterhaltung und vor allem Spaß und gute Laune. Der Abstand zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radioprogrammen hinsichtlich der Zuschreibung unterhaltender Attribute ist im Vergleich zum Bereich Information beim Fernsehen deutlich geringer und beim Radio in der Gesamtbevölkerung kaum sichtbar. Unterschiede gibt es in den einzelnen Altersgruppen

MP 8/2017, S. 375-387



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