AGF

Das Fernsehforschungssystem in Deutschland

Das AGF/GfK Fernsehpanel

In Deutschland wird die kontinuierliche quantitative Fernsehzuschauerforschung von der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) durchgeführt, einem Zusammenschluss aller großen öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sender. Dazu zählen ARD, ZDF, die RTL-Gruppe, die Angebote der Pro7Sat.1 Media SE und weitere Lizenzsender. Die Hauptauftragnehmer der AGF sind die GfK SE in Nürnberg, Nielsen Media Research und das IT-Unternehmen DAP. Das AGF-Fernsehpanel ist mit ca. 5.000 täglich berichtenden, repräsentativ ausgewählten Haushalten und den darin lebenden ca. 10.500 Personen ab 3 Jahren eines der größten TV-Panels weltweit. Es repräsentiert 75,08 Millionen Personen ab 3 Jahren in 38,19 Millionen privaten TV-Haushalten in Deutschland, deren HEB (Haupteinkommensbezieher) deutschsprachig ist (die Nationalität des HEB ist seit 1.1.2016 irrelevant). Die Fernseh-Nutzung dieser Grundgesamtheit wird repräsentativ abgebildet, sowohl für die Bundesrepublik insgesamt als auch für die einzelnen Bundesländer.

In den Gremien der AGF sind Werbungtreibende und Mediaagenturen an allen werbemarktrelevanten Entscheidungen  durch ihre Verbände OWM (Organisation der Werbungtreibenden im Markenverband) und OMG (Organisation der Mediaagenturen im Gesamtverband der Werbeagenturen) beteiligt. Durch die Einbindung der Werbewirtschaft in die Entscheidungsprozesse und kontinuierliche Arbeit der AGF ist gewährleistet, dass die Quoten des AGF/GfK-Fernsehpanels die allein gültige und von allen Marktpartnern anerkannte "Währung" in der quantitativen Zuschauerforschung darstellen. Die täglichen Quoten der AGF bilden damit die Basis und Entscheidungsgrundlage für die Werbe- und Mediaplanung von Werbungtreibenden und Agenturen sowie für die Programmplanung der TV-Sender.

Die Erhebung der TV-Nutzung in den Panel-Haushalten geschieht durch eine sekundengenaue elektronische Messung mittels eines Messgeräts (das sog. "GfK-Meter"), und zwar rund um die Uhr und Tag für Tag. Die einzige "Arbeit" des Zuschauers besteht darin, sich über einen Knopf an der Fernbedienung anzumelden, wenn er fernsieht bzw. abzumelden, wenn er nicht mehr fernsieht. Die so ermittelten Nutzungsdaten werden täglich aus den Panelhaushalten zwischen 03:00 und 05:00 Uhr an die GfK-Zentrale übermittelt. Den berechtigten Nutzern der Daten (TV-Sender, Agenturen, Werbungtreibenden) stehen die Daten jeden Morgen ab 08:30 Uhr für Auswertungen zur Verfügung.

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des TV-Empfangs über Internet/DSL (IPTV) wurde zum 01.08.2012 zusätzlich zu TC Score die neue Messtechnik Audiomatching (GfK TC UMX Messgerät) eingeführt. Das Matchingverfahren ist so implementiert, dass realtime und zeitversetze TV-Nutzung funktionsgleich zur Messung mit dem TC Score gemessen und ausgewertet werden können. Damit können auch Haushalte mit dieser neuen Empfangstechnik repräsentativ abgebildet werden.
Diese Messtechnik wird auch überall dort eingesetzt, wo die TC Score-Messtechnik aus technischen Gründen nicht verwendet werden kann.

 

 

 

Aktuelle Entwicklungen

Gemäß dem Grundsatz „Follow the Content“  entwickelt die AGF das Fernsehforschungssystem kontinuierlich weiter. Hatte man sich im Jahre 2009 für die Hinzunahme von zeitversetzter- und Ausser-Haus-Nutzung entschieden und nachfolgend im Jahre 2012 mit der Einführung einer neuen - auf Audiomatching-Technologie - aufsetzenden Messtechnik für die Integration eines weiteren Verbreitungsweges (IPTV ) Sorge getragen, so steht im Fokus aller Bestrebungen nun die Messung von Video Streaming über alle Verbreitungsplattformen. Bereits im Jahre 2012 hatte die AGF angekündigt, gemeinsam mit der Firma Nielsen Media Research, die Nutzung über stationäre PCs und Notebooks zu erfassen. Erste Daten aus diesem Projekt stehen auf der AGF-Homepage für alle derzeit in der Messung befindlichen Publisher zur Verfügung. Parallel dazu werden in Zusammenarbeit mit renommierten Dienstleistern Messansätze zur Erfassung der Nutzung auf mobilen Endgeräten (Smartphones & Tablets) und internet-fähigen TV-Geräten (ConnectedTV) erarbeitet und vorangetrieben.  

Die Auswertungssysteme der AGF

TV Scope

TV Scope ist eine von der DAP GmbH entwickelte Auswertungssoftware der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF). Die Software arbeitet - wie alle AGF-Tools - auf Basis der Daten des AGF-Fernsehpanels, die tagesaktuell zur Verfügung stehen. TV Scope vereint die Funktionalitäten zur Erstellung von Standardberichten aller Art mit beliebiger Zielgruppendefinition. Die Software weist Sendungen, Werbeblöcke und Zeitintervalle aus und berechnet die Leistungswerte Sehbeteiligung (sendungsbezogen und TV-Gesamt), Marktanteile, Sehdauer, Verweildauer, Tarif, Preis und TKP etc. Sie ermöglicht darüber hinaus die Durchführung von Sonderanalysen über das Fernsehnutzungsverhalten wie bspw. Gewinn-und Verlustanalysen, Identitätsanalysen, Kumulations- und Frequenzanalysen und vieles mehr.

Damit umfasst die Software alle wichtigen Einsatzgebiete von der kontinuierlichen Leistungskontrolle über die strategische Werbe- und Programmplatzplanung bis zur explorativen Zuschauerforschung.


TV Control

TV Control ist eine AGF-Standardsoftware, die zur Planung und Kontrolle von TV-Werbekampagnen genutzt wird. Das Software-Tool eignet sich zur Unterstützung individueller und standardisierter Prognosen und der Optimierung von Mediaplänen. Sie dient der exakten Evaluierung vergangener, laufender oder geplanter TV-Kampagnen. Zuzüglich zur standardisierten Berichterstattung über Werbeblöcke ist das Leistungsspektrum der Software um Kumulationszählungen, Rangreihen, Panelevaluierungen, Analysen und Kontaktbetrachtungen erweitert. Daneben können auch Programmumfelder evaluiert werden.


Plan TV

Plan TV ist das AGF-System zur Planung von Werbekampagnen. Ähnlich wie TV Scope und TV Control setzt auch Plan TV auf den Nutzungsdaten des AGF/GfK-Panels auf; allerdings werden diese Daten nicht tagesaktuell, sondern monatlich aggregiert zur Verfügung gestellt. Die Software dient in erster Linie der vergleichenden Bewertung von TV-Kampagnen, kann aber ebenso zur Kostenkalkulation eines Mediaplans wie auch zur Nachevaluierung bereits geschalteter Pläne herangezogen werden. Planentwürfe können bis auf Viertelstundenebene pro Kalenderwoche differenziert werden.