Heft 5

Horst Röper

Zeitungsmarkt 2016: Pressekonzentration erneut leicht angestiegen

Daten zur Konzentration der Tagespresse in Deutschland im I. Quartal 2016

Die Pressekonzentration in Deutschland hat wie in den Vorjahren leicht zugenommen – rund 60 Prozent der gesamten verkauften Auflage im Zeitungsmarkt stammen aus lediglich zehn großen Verlagsgruppen. Seit der letzten zweijährlich durchgeführten Erhebung des Dortmunder FORMATT- Instituts im Jahr 2014 stieg der Wert der Pressekonzentration von 59,3 auf 59,9 Prozent an. Die Zusammensetzung der Top-10-Verlagsgruppen ist weitgehend stabil geblieben, neu unter ihnen ist die Gruppe um die Neue Osnabrücker Zeitung, nicht mehr in dieser Rangfolge enthalten ist die Gruppe um die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Besonders deutlich zeigt sich die Konzentration des Zeitungsmarktes bei den Kaufzeitungen: Hier bleibt trotz sinkender Auflage der Bildzeitung die Axel Springer SE mit rund 79 Prozent Marktanteil auf dem ersten Rang vor DuMont, Ippen, der Morgenpost Sachsen und der Abendzeitung aus München. Diese fünf größten Verlagsgruppen sind für 99,5 Prozent des gesamten Kaufzeitungsmarktes verantwortlich.

Unter den Abonnementzeitungen liegt wie in den Vorjahren die Verlagsgruppe Stuttgarter Zeitung/ Die Rheinpfalz/Südwest Presse mit 11,8 Prozent Marktanteil auf dem ersten Rang. Insgesamt hat die Konzentration in dieser Kategorie leicht zugenommen und liegt aktuell bei 36,2 Prozent. Im Gesamtmarkt hat DuMont (Rang 4) einen Rangplatz gut gemacht und die Madsack-Gruppe auf Platz 5 verdrängt. Unter den ersten drei Rängen nach Marktanteilen ergaben sich seit 2008 keine Änderungen: Auf Springer folgen die Verlagsgruppe um die Stuttgarter Zeitung und die Funke Mediengruppe.

Insgesamt zeigt die Beobachtung des Zeitungsmarktes, dass die Verlage ähnliche Sparmaßnahmen vornehmen: Zentralredaktionen, die verschiedene Titel einer Verlagsgruppe mit der überregionalen Berichterstattung beliefern, gehören bei den untersuchten Gruppen zu den typischen Umstrukturierungen, um der Printkrise entgegenzuwirken. Hierdurch werden zwar Kosten im redaktionellen Bereich gesenkt, aber Vielfalt und Eigenständigkeit im Zeitungsmarkt nehmen ebenfalls ab.

MP 5/2016, S. 254-269



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